Warum vegan?

Viele Menschen gehen immer davon aus, dass man „nur“ aufgrund des Tierleides zum Veganer wird. Somit ist es kein Wunder, dass die vegane Lebensweise oft als etwas abgetan wurde, was sich mit den Worten „Möchtergern-Weltretter“, „Samaritertum“ oder gar „Spinnerei“ beschreiben lässt. Zum Glück ändert sich diese Ansicht allmählich…

Das Leiden der Tiere ist  jedoch nur einer von einer Hand voll Gründen. Die Gesamtheit der Gründe machen es für mich wirklich sinnvoll, wichtig und richtig, vegan zu leben, auch wenn ich die 100% noch anstrebe. Dabei ist das mit dem „Weltretten“ gar nicht mal so falsch, denn der Veganismus hat – da er stark an unserer Konsumverhalten gekoppelt ist –  Auswirkungen auf die gesamte Welt, auf Mensch sowie Tier.

Hier sind die Hauptgründe aufgeführt (wobei kein Vollständigkeitsanspruch besteht):

  • Gesundheit Die unabhängige Ernährungsforschung belegt, dass tierische Eiweiße für den menschlichen Organsimus schlichtweg nicht notwendig sind und ihm sogar eher schaden. Besonders das Ammenmärchen, dass Milch gesund ist, hält sich – dank „guter“ Arbeit der Milchindustrie – ziemlich hartnäckig (die „Kalzium-Lüge“), dabei ist, insbesondere H-Milch ein höchst modifiziertes Produkt, was im Zusammenhang steht mit Allergien sowie auch der Entstehung von Krebs. Die (Mutter-)Milch ist stets nur für den Säugling gedacht, somit ist es nicht verwunderlich, dass ca. 70% der Weltbevölkerung laktose-intolerant ist, das ist nämlich der Normalzustand. Die Länder mit dem meisten Milchprodukt-Konsum weißt eine viel höhrer Krebs- und Osteoropose-Rate auf als andere (z.B. im asiatischen Bereich).
    Zudem sind die Tiere der Massentierhaltung eigentlich nur noch Mutanten, die sich auf natürlichem Weg nicht fortpflanzen können, sie bekommen unnatürliches Futter (Soja) und vegetieren unter künstlichen Bedingungen. Zudem bekommen sie Antibiotika und andere Stoffe, die sich natürlich auf Fleisch, Milch und somit auch Käse auswirken. Diese Produkte können logischerweise gar nicht mehr gesund sein. Dass die Menschen nicht aufgeklärt werden sollen über diese gesundheitlichen Folgen liegt – wie sollte es anders sein – an riesigen Profiten. Nicht nur die Fleisch- und Milchindustrie, auch die Pharmaindustrie ist nicht an der Gesundheit der Menschen interessiert, denn nur mit (am besten chronisch) Kranken lässt sich viel verdienen….
  • Ökologie / Klima- und Umweltschutz Um ein Kilo Fleisch zu erzeugen, sind bis zu 16 kg pflanzliche Nahrung (Getreide) und 10-20.000 Liter Wasser notwendig. Die Nahrung wird somit auf einen Umweg produziert, der enorme Ressourcen verschwendet. Von den Treibhausgasen und den enormen Fäkalien der Massentierhaltung – die das Grundwasser verunreinigen – ganz zu schweigen.
  • Gerechtigkeit Stark zusammenhängend mit dem ökologischen Hintergrund ist die Verteilungsgerechtigkeit. Die Menschen in Entwicklungslädern hungern, weil das dort produzierte Getreide für die Viehzucht exportiert wird. „Täglich sterben zwischen 6.000 und 43.000 Kinder an Hunger, während 40% der weltweit gefangenen Fische, ca. 50% der weltweiten Getreideernte und ca. 90% der weltweiten Sojaernte an die ‘Nutztiere‘ der Fleisch- und Milchindustrie verfüttert werden!“* „Es erscheint jetzt offensichtlich, dass eine vegane Ernährung die einzige ethische Antwort auf das weltweit dringlichste Problem sozialer Ungerechtigkeit (Welthunger) ist“ (The Guardian, 2002).
  • Tierleid / ethische Gründe Immer wieder höre ich „Aber die Milch und Eier, das tut doch den Tieren nichts!?“ Und ob… viele Menschen wissen gar nicht, dass eine Kuh nicht einfach so Milch gibt, sondern – wie der Mensch auch – nur wenn sie Junge bekommen. Der Trennungsschmerz ist vergleibar, als wenn eine Mutter ihrem Baby beraubt wird. Das Leben einer Milchkuh ist somit eine einzige Qual, abgesehen davon, dass sie sich kaum bewegen kann und oft Euterentzündungen vom vielen Melken hat (was sich im Übrigen auch auf die Milch auswirkt).
    Die männlichen Küken werden für die Eiproduktion nicht gebraut und geben nicht genug Fleisch zum Verzehr (dafür gibt es eine andere Rasse), deshalb werden sie vergast oder lebendig durch den Fleischwolf gedreht….
    Was sonst alles noch in Massentierhaltungs- und Schlachtanlagen vor sich geht (unzureichende Betäubung durch Bolzenschuss, gezielte Folter, etc.), davon will ich lieber erst gar nicht schreiben, dass das nur eine Horrorgeschichte sein kann, ist wohl bekannt, wir aber meist erfolgreich verdrängt.

Vegan leben heißt also nicht nur Tierleid zu verhindern, sondern sich selbst etwas Gutes tun sowie Ökologie und soziale Gerechtigkeit zu fördern. Jedem sollte bei seinem Konsumverhalten bewusst sein, dass wir enormen Einfluss auf unsere Umwelt haben, indem was wir konsumieren (und vor allem was nicht). Das ist entscheidend dafür, wie wir unsere Welt unsern Nachkommen hinterlassen, deshalb sollter sich jeder verantwortlich fühlen, schließlich gehört die Welt uns allen und jeder trägt seinen Beitrag, wie diese gestaltet wird.

Vegan ist keine Diät, sondern eine Lebenseinstellung. Meine bisherigen Erfahrungen sind sehr positiv (und das höre ich auch immer wieder von anderen). Meine sportlichen Leistungen haben sich sogar verbessert. Die vegane Lebensweise ist alles andere als langweilig, ich habe mittlerweile so viele Rezepte gesammelt, die werd ich wahrscheinlich nie schaffen alle auszuprobieren. Es gibt immer Alternativen – keinen Verzicht! Und: der Mensch ist bekanntlich ein Gewohnheitstier

Quellen:

*Vegan – Eine ärztliche Empfehlung für die gesündeste Ernährung mit den positiven Auswirkungen auf Klima- und Umweltschutz, Tier- und Menschenrechte, Dr. med. Ernst Walter Heinrich, 2012 (auch indirekt zitiert)
diese Broschüre enthält eine Reihe wissenschaftlicher Quellen, siehe auch zugehörige Webseite Provegan

Tiere essen, Jonathan Safran Foer

Gabel statt Skalpell

Der Murks mit der Milch, Dr. med. M. O. Bruker

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